Gesundheit & Zufriedenheit

Es braucht eine Sicherheitsphase!

VBE fordert besondere Vorsicht in der Zeit nach den Sommerferien

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Im Juni stellte die Kultusministerkonferenz (KMK) ihre Position zur Weiterführung des Unterrichts nach den Ferien vor. Demnach ist es prioritäres Ziel, einen möglichst normalen Schulbetrieb zu gewährleisten. Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, kommentierte: „Es ist schwer vorstellbar, dass sich das Infektionsgeschehen davon beeindrucken lässt, dass die KMK die Pandemie anscheinend für beendet erklärt.“ Gerade mit Blick auf den Herbst bleibe das Gremium Antworten auf die Frage schuldig, welche Planungen es für eine vierte Corona-Welle gebe.

So warnte Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, in einem Interview mit der Rheinischen Post eindringlich davor, die Hygienemaßnahmen an Schulen auszusetzen. Dies tat er vor dem Hintergrund, dass in Israel und Großbritannien vermehrt Ausbrüche an Schulen, bedingt durch die Delta-Variante, beobachtet wurden. Die damit einhergehende Sorge, dass das auch in Deutschland passieren könnte, teilt der VBE Bundesvorsitzende Beckmann. Er äußerte sich gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Solange die Familien nicht geimpft sind und in der Gesamtgesellschaft die Impfquote nicht hoch genug ist, müssen wir über Schutzmaßnahmen an Schulen nachdenken. Diese müssen verhältnismäßig für das Alter der Kinder und angepasst zum Infektionsgeschehen unter Ungeimpften sein.“ Er sieht die KMK in der Pflicht, die Planungen für das neue Schuljahr entsprechend anzupassen.

Um zunächst einen möglichst sicheren Schulstart zu gewährleisten, fordert der VBE eine „Sicherheitsphase“. Denn in einigen Bundesländern fällt gerade die Maskenpflicht weg und auch das Testen wird auf ein Minimum zurückgefahren. Mit Blick auf die Verbreitung der Delta-Variante, die vielen Reisenden und den unzureichenden Impfschutz insbesondere an Grundschulen könnte das nach den Sommerferien „ein riskantes Unterfangen“ werden, so Beckmann. In Abstimmung mit dem VBE Bundesvorstand fordert der Verbandschef eine mindestens 14-tägige Sicherheitsphase nach den Sommerferien. Es müssen verstärkt, also mindestens zwei Mal pro Woche, Tests vorgenommen und auch wieder Masken getragen werden.

Diese Regelung sollte möglichst einheitlich von der Kultusministerkonferenz verabredet und umgesetzt werden. Denn unterschiedliche Regelungen, die wieder an der Bundeslandgrenze enden, führen zu Unmut – der an den Lehrkräften vor Ort ausgelassen wird. Mit transparenter Kommunikation gelte es, dies zu verhindern.