Bildungsgerechtigkeit

Hilfe für „Kinder in Not“

VBE Bundesvorstand beschließt Position für bessere Unterstützung

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Viele Kinder schaffen es allen Unkenrufen zum Trotz sehr gut, im Homelearning zu bestehen, sich Neues anzueignen, den Tag zu strukturieren und zu lernen. Doch wir wissen, dass es eben auch die Kinder gibt, die das nicht schaffen. Es sind vor allem die, welche schon vor der Coronakrise und den Schulschließungen zu den sogenannten „Bildungsverlierern“ gehörten, die jetzt ganz besonders leiden. Ihnen fehlt der ganzheitliche Kontakt zu den Lehrer:innen und Mitschüler:innen, das gemeinsame Lernen im Klassenzimmer, die Tagesstruktur, die umfassende, stabile und professionelle Ausstattung für den Distanzunterricht und nicht zuletzt das Unterstützungssystem in der Schule, von dem sie sonst profitieren können.

Der VBE Bundesverband hat hierauf mit all seinen Landesverbänden öffentlich aufmerksam gemacht. Im Rahmen der Sitzung des Bundesvorstandes Anfang Februar hat dieser eine gemeinsame Position verabschiedet, in der von der Politik gefordert wird, aufzuhören in Ressorts zu denken und den Netzwerkgedanken verschiedener Institutionen in den Fokus nehmen. Es wird herausgestellt, was benachteiligte Kinder gerade am nötigsten brauchen:

  • Einen Platz in der Notbetreuung.
  • „Aufsuchende Beziehungsarbeit“, wo immer das Infektionsgeschehen es zulässt; also ein breites, regionales, passgenaues und ressortübergreifendes Netzwerk an multiprofessionellen Profis, die die Beziehung zu diesen Kindern halten, sie professionell betreuen und individualisierte Maßnahmen einleiten. Kultusministerium, Ge-sundheitsministerium und Sozialministerium müssen dringend in die emotionale, psychische und soziale Betreuung der Kinder investieren. Die Politik muss auf allen Ebenen ressortübergreifende Netzwerke spannen. Diese Arbeit kann im direkten Kontakt umgesetzt werden, kann und sollte aber auch durch weitere, digitale Angebote ergänzt werden. Die Gewährleistung des Gesundheitsschutzes aller beteiligten Berufsgruppen muss von den politischen Verantwortlichen klar geregelt werden. Die Fachkräfte sind entsprechend auszustatten.
  • Professionelle, kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule.
  • Schulberatung.
  • Funktionierende Kooperationen zwischen Schulen und Jugendämtern.

Deshalb ist es aus des VBE Bundesverbandes unabdingbar, folgendes sicherzustellen:

  • Kontaktmöglichkeiten zu den Schulpsycholog:innen, Beratungslehrkräften, Schulsozialarbeiter:innen, Jugendsozialarbeiter:innen, Therapeut:innen, etc.;
  • Beratungsgespräche – live oder online oder per Telefon;
  • Schulbegleitung, die auch im Distanzunterricht unterstützt;
  • Zusätzliche Fördermaßnahmen beim Lernen, Üben und im Freizeitbereich;
  • Möglichkeiten sich auch in Jugendtreffs – virtuell – zu begegnen;
  • Sorgentelefone/Hotline für Kinder und Familien;
  • Zugang zur Notbetreuung – mit ganzheitlichen Angeboten;
  • Schnellstmöglich differenzierte und individualisierte Förderung in kleinen Gruppen;
  • Ferien-Betreuung durch Mittagsbetreuungskräfte, Horte, Honorarkräfte und kommunale Anbieter;• Psycholog:innen, Berater:innen und andere professionelle Fachkräfte, die unter Beachtung des Gesundheitsschutzes aktiv in die Familien gehen dürfen (rechtliche Ausnahmen).

Zudem sind sich alle einig, dass das jetzt zu spannende Auffangnetz verstetigt werden muss, um langfristig zu wirken. Ziel muss sein: Alle Kinder mitnehmen, Ungleiches ungleich fördern, langfristig den Lernerfolg für alle Schülerinnen und Schüler sichern.

Die Position können Sie auf der Seite des VBE Bundesverbandes nachlesen.