Berlin, Integration Lehrerbildung/-mangel

Mehr Migranten als Lehrer

VBE-Initiative aufgenommen

„Das heute von der Bundesregierung beschlossene Integrationsprogramm hat die Forderung des VBE endlich aufgenommen, Migranten für den Lehrerberuf zu gewinnen“, betont VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann. Der VBE habe vor vier Jahren zum Weltlehrertag 2006 die Initiative „Migranten für den Lehrerberuf gewinnen!“ gestartet, so Beckmann, und damit den Stein ins Rollen gebracht. In der Folge habe sich der VBE in die Erarbeitung entsprechender Integrationskonzepte eingebracht. Ausgangspunkt sei für den VBE gewesen, dass lediglich ein Prozent der Lehrerinnen und Lehrer einen Migrationshintergrund hatten, während dies unter den Schülern rund 25 Prozent seien. In vielen Stadtteilen gäbe es Quoten von 50 Prozent und mehr.

Beckmann bekräftigt: „Die Empfehlung der Bundesregierung dürfe nicht durch das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern im Bildungsbereich ausgehebelt werden.“ Zusammen mit der Empfehlung der Kultusministerkonferenz, mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund für ein Lehramtsstudium zu interessieren, liege der Ball in den Ländern. „Es muss in Deutschland Normalität werden, dass Migranten sich auch für den Lehrerberuf entscheiden“, unterstreicht der VBE-Bundesvorsitzende. „Der VBE dringt darauf, dass Lehrerinnen und Lehrer mit Migrationshintergrund für jede Schulart ausgebildet werden und nicht nur für Brennpunktschulen mit hohem Migrantenanteil. Die Abkopplung von Migranten im Schulsystem darf nicht verschärft werden.“ Beckmann weiter: „Gerade die Zusammenarbeit von Lehrerinnen und Lehrern mit und ohne Migrationshintergrund kann die pädagogische Arbeit an jeder Schule bereichern.“